Verdünnungstabelle für professionelle Autopflegechemie – jetzt nachsehen!
- Was ist eine Verdünnungstabelle für Autopflegechemie und warum ist sie so wichtig?
- Wie liest und berechnet man Verdünnungsverhältnisse (1:X) korrekt?
- Wie bereitet man Schritt für Schritt eine Gebrauchslösung aus einem Konzentrat zu?
- Welche Konzentrationen werden für APC, Active Foam und Shampoo empfohlen?
- Welche Hilfsmittel und Rechner erleichtern die präzise Dosierung von Chemikalien?
- Welche Risiken birgt eine falsch gewählte Produktkonzentration?
Die Wirksamkeit vieler Detailing-Produkte hängt von der verwendeten Konzentration des Konzentrats ab. In manchen Fällen gibt es mehr als eine Möglichkeit, was die Vorbereitung der richtigen Gebrauchslösung erschweren kann. In diesem Beitrag erfahren Sie, was eine Verdünnungstabelle für professionelle Autopflegechemie ist und wie man sie liest!
Was ist eine Verdünnungstabelle für Autopflegechemie und warum ist sie so wichtig?
Eine Verdünnungstabelle für Autopflegechemie ist ein unverzichtbares Werkzeug, das die verschiedenen Arbeitsschritte im Auto Detailing standardisiert. Ihr Ziel ist nicht nur die Gewährleistung reproduzierbarer Ergebnisse, sondern auch der wirtschaftliche Einsatz von Konzentraten.
Im Gegensatz zu teuren RTU-Produkten (englisch: ready to use = gebrauchsfertig) ermöglichen Konzentrate professioneller Autopflegechemie die eigenständige Zubereitung von Gebrauchslösungen. Auf diese Weise lassen sich die Kosten erheblich senken – ein Konzentrat reicht für Dutzende von Anwendungen. Dadurch sind professionelle Autowaschmittel besonders ergiebig und wirtschaftlich.
Professionelle Autopflegechemie in Konzentratform erfordert eine präzise Dosierung. Fehler durch ungenaues „Augenmaß“ führen zu unwirksamer Reinigung, Lackschäden oder Produktverschwendung. Die Verdünnungstabelle beseitigt diese Probleme, indem sie genaue Mengenverhältnisse auf einfache Weise angibt: Sie bestimmt die Millilitermenge des Konzentrats pro Liter Wasser.
Grundlage für die Erstellung der Tabelle sollten stets das Sicherheitsdatenblatt (MSDS) sowie das Produktetikett mit den Herstellerempfehlungen sein.

Wie liest und berechnet man Verdünnungsverhältnisse (1:X) korrekt?
Die Zubereitung der Gebrauchslösung sollte gemäß der Produktbeschreibung auf der Verpackung erfolgen. Das Verdünnungsverhältnis wird üblicherweise in folgender Form angegeben:
1:X = 1 Teil Konzentrat auf X Teile Wasser
was insgesamt X+1 Teile Gebrauchslösung ergibt. Um die Mischungsverhältnisse für ein bestimmtes Flaschenvolumen zu berechnen, verwenden Sie folgende Formel:
Flaschenvolumen / (1 + X)
Beispiel: Bei einem Verhältnis von 1:20 und einer 1000-ml-Flasche sieht die Berechnung wie folgt aus:
1000 / (1+20) = 1000 / 21 ≈ 47,6 ml Konzentrat (Produkt), der Rest ist Wasser (952,4 ml).
Achtung! Prozentuale Konzentration ist nicht dasselbe wie ein Mengenverhältnis!
Die prozentuale Konzentration gibt die Masse oder das Volumen einer Substanz in 100 Teilen der Lösung an (z. B. 10 % entspricht 10 ml Substanz in 100 ml Lösung). Das Mengenverhältnis (1:X) hingegen beschreibt einfache Volumenverhältnisse.
Beispiel: 0,25 % entspricht ungefähr dem Verhältnis 1:400 (1 Teil Konzentrat auf 400 Teile Wasser), da 1/(1+400) ≈ 0,0025 bzw. 0,25 %.
Wie bereitet man Schritt für Schritt eine Gebrauchslösung aus einem Konzentrat zu?
Bei der Zubereitung einer Gebrauchslösung aus einem Konzentrat muss nicht nur auf die genaue Abmessung der Bestandteile geachtet werden, sondern vor allem auf die Arbeitssicherheit im Umgang mit Chemikalien.
Was wird benötigt?
- Destilliertes oder demineralisiertes Wasser.
- Nitrilhandschuhe.
- Messbecher (ml und l).
- Applikationsbehälter.
Zubereitung der Lösung:
- Arbeitssicherheit – Nitrilhandschuhe anziehen; in einem belüfteten Raum arbeiten; Kontakt der Chemikalien mit Haut und Augen vermeiden.
- Wasser – am besten demineralisiertes oder destilliertes Wasser bei Raumtemperatur verwenden; die Messflasche zu 80–90 % des Volumens damit befüllen; zuerst Wasser, dann Konzentrat einfüllen – das verhindert übermäßige Schaumbildung und Spritzer.
- Dosierung – Verhältnis nach der Formel berechnen: Volumen / (1+X); abgemessenes Konzentrat hinzufügen.
- Mischen – Flasche verschließen und 20–30 Sekunden kräftig schütteln, um die Bestandteile gleichmäßig zu verteilen.
- Beschriften und anwenden – Flasche beschriften (Produktname, Verdünnungsverhältnis, Datum); vor Gebrauch erneut schütteln.
Nach der Fahrzeugwäsche empfiehlt sich die Verwendung von Lackversiegelungsprodukten.
Welche Konzentrationen werden für APC, Active Foam und Shampoo empfohlen?
Professionelle Autopflegeprodukte zeigen je nach verwendeter Lösung oft unterschiedliche Wirkungen. Die empfohlenen Konzentrationen für APC, Active Foam und Autoshampoo hängen vom Verschmutzungsgrad sowie von der Art der zu reinigenden Oberfläche ab.
APC (All Purpose Cleaner), z. B. AMBER, ist ein Universalreiniger, dessen Reinigungskraft von der Verdünnung abhängt. Je stärker die Verdünnung, desto schonender, aber auch schwächer die Wirkung. Er ergänzt und ersetzt hervorragend Spezialprodukte, z. B. Innenraumpflegemittel.
Active Foam (Prewash), z. B. CARNELIAN, wird zur Vorwäsche eingesetzt. Dabei ist zu beachten, dass die tatsächliche Konzentration auf dem Lack von der in den Tank eingefüllten abweicht. Bei einer Hochdrucklanze wird die Lösung üblicherweise im Verhältnis ca. 1:10–1:20 in der Flasche angemischt, im Gerät jedoch zusätzlich verdünnt, sodass auf dem Lack eine Konzentration von ca. 1:50–1:200 ankommt. Dadurch ist die chemische Wirkung des Schaums milder als es scheint. Bei einem manuellen Schaumsprüher findet keine zusätzliche Verdünnung statt, weshalb stärkere Verhältnisse von meist ca. 1:3–1:10 verwendet werden.
Autoshampoo, z. B. TOURMALINE, ALEXANDRITE, wird nach dem Abspülen der Active Foam beim eigentlichen Handwaschgang eingesetzt. Es sorgt für ausreichend Gleitfähigkeit und minimiert so das Risiko von Lackkratzern.
Empfohlene Konzentrationen für APC, Active Foam und Shampoo
| Produkt | Verdünnung | Anwendung |
| APC | 1:5 | Motorraumreinigung (starke Fett- und Schmutzablagerungen) |
| 1:5–1:10 | Felgen, Reifen, Radkästen | |
| 1:10–1:20 | Innenraum (Kunststoffteile) | |
| 1:20–1:30 | Polsterreinigung, Scheiben, empfindliche Oberflächen | |
| Active Foam | 1:3–1:10 | manueller Schaumsprüher |
| 1:10–1:30 | Hochdrucklanze | |
| 1:10–1:20 | starke Verschmutzungen, z. B. nach dem Winter | |
| 1:20–1:50 | Standard-Vorwäsche | |
| Autoshampoo | 1:20–1:30 | Standard-Handwäsche |
| 1:30–1:40 | schonende Alltagswäsche |
Die genannten Mittel sind nicht die einzigen, die bei der Fahrzeugwäsche eingesetzt werden. Ergänzt werden sie durch Produkte vom Typ Tire & Wheel Cleaner, also Felgen- und Reifenreiniger wie z. B. AMETHYST, OLIVINE. Nützlich sind auch Scheibenreinigungsprodukte.
Welche Hilfsmittel und Rechner erleichtern die präzise Dosierung von Chemikalien?
Die präzise Dosierung von Chemikalien im Detailing wird erleichtert durch:
- Verdünnungsrechner, z. B. Apps wie Dilution Calculator, die Verhältnisse automatisch berechnen,
- Messflasche – ermöglicht das schnelle Abmessen von Wasser und Konzentrat,
- Messbecher – bietet höhere Genauigkeit bei größeren Mengen,
- Spritze – ideal für kleine Dosiermengen.
Profis rüsten ihre Werkstätten häufig mit Spezialgeräten aus, wie z. B. manuellen Dosiergeräten oder sogar fortschrittlichen automatischen Dosiersystemen.
Eine wichtige Rolle spielen auch Applikationswerkzeuge wie:
- Schaumsprüher,
- Hochdrucklanze (für Active Foam),
- Sprühflasche für APC oder Prewash.
Auch das Zubehör beeinflusst die endgültige Konzentration, weshalb das präzise Abmessen des Konzentrats vor der Anwendung für die Wirksamkeit und Sicherheit der Reinigung entscheidend ist.
Welche Risiken birgt eine falsch gewählte Produktkonzentration?
Eine falsch gewählte Konzentration kann nicht nur die Reinigungseffizienz mindern, sondern auch zu Schäden führen. Besonders wichtig ist die Verwendung geeigneter Verhältnisse je nach Verschmutzungsgrad sowie die korrekte Wahl des pH-Werts des Produkts (alkalisch / sauer).
- Zu hohe Konzentration – besonders riskant bei sauren und alkalischen Produkten; dauerhafte Oberflächenschäden wie Verfärbungen, Mattierung, Ätzstellen; Gefahr von Hautreizungen oder sogar Verätzungen; Tenside verändern ihre Wirkung (z. B. zu aggressiv).
- Zu niedrige Konzentration – mangelnde Wirksamkeit, da Schmutz nicht aufgelöst wird; der Waschvorgang muss wiederholt oder mit mehr Kraft durchgeführt werden, was das Risiko von Lackkratzern erhöht; Produktverschwendung.
Achtung! Es empfiehlt sich, mit einer schwächeren Lösung zu beginnen und die Konzentration nur bei Bedarf schrittweise zu erhöhen.
Zu beachten ist außerdem, dass die Arbeitssicherheit im Umgang mit Chemikalien ein wichtiges Thema im Detailing ist. Bei der Verwendung von Produkten sollten stets die Herstelleranweisungen befolgt und die notwendigen Schutzmaßnahmen getroffen werden, z. B. das Tragen von Handschuhen.